Rheinsteig 7. Etappe St. Goarshausen - Kaub

Art:

Streckenwanderung

Länge:

22 km

Wanderregion:

Rheintal - Rheinsteig

Schwierigkeitsgrad:

schwer

Bewertung:
Taunus

 

Bildergallerie

  • 001 - Im Rheinsteig hoch ueber St. Goarshausen
  • 002 - Blick vom Rheinsteig auf St. Goar und Burg Rheinfels
  • 003 - Burg Katz vom Rheinsteig
  • 004 - Abstieg von Patersberg ins Forstbachtal
  • 005 - Wegezeichen von Rheinsteig und Loreley-Extratour
  • 006 - Beim Abstieg ins Fostbachtal
  • 007 - Blick von den Taunushoehen ins Rheital und auf Burg Katz
  • 008 - Im Rheinsteig unterwegs

 

Rheinromantik pur lockt von der Königsetappe des Rheinsteigs

 

Die Königsetappe des Rheinsteigs führt von St. Goarshausen nach Kaub. Mit 22 Wanderkilometern ist sie die längste und mit ihren 815 Höhenmetern auch die anspruchsvollste Etappe auf dem 320 Kilometer langen Fernwanderweg. Gleich drei tief eingeschluchtete Kerbtäler sind zu durchwandern mit entsprechenden steilen Auf- und Abstiegen. Dafür wird der Rheinsteigwanderer in diesem Teilabschnitt allerdings mit traumhaften Panoramablicken von den zahlreichen, ausgesetzten Felsennestern ins Mittelrheintal belohnt. Der sagenumwobene Loreleyfelsen, der ansonsten natürlich in die Streckenführung mit eingebunden ist, wird zurzeit einer vollkommenen Sanierung und Neugestaltung unterzogen und muss aus diesem Grunde von der Rheinsteigroute leider umgangen werden.

Panoramablick vom Spitznack ins Rheintal und auf die Loreley

  

Die Watzmänner starten am Bahnhof von St. Goarshausen in die Königsetappe, unterschreiten die Gleise der Deutschen Bahn und folgen sodann der Rheinsteigbeschilderung in das Hasenbachtal hinein. Durch die Flanke des Patersberges geht es gleich stramm bergan zum Dreiburgenblick hinauf. Hier hat man einen Wanderpavillon errichtet, von dem man drei mittelalterliche Gemäuer in Augenschein nehmen kann.

Burg Rheinfels hoch über St. Goar vom Dreiburgenblick

 

Hoch über St. Goar ragt auf der anderen Rheinseite Burg Rheinfels auf. Sie wurde im Jahre 1245 von Diether V. von Katzenelnbogen als Zollburg für rheinaufwärts fahrende Schiffe erbaut und war im Mittelalter eine der größten Festungen im Mittelrheintal. Zur linken Seite zeigt sich Burg Katz. Auch sie wurde von den Grafen von Katzenelnbogen im 14. Jahrhundert errichtet.

Burg Katz vom Dreiburgenblick

 

Leider ließ Napoleon die stolze Feste in der Besatzungszeit sprengen. Erst 1896 wurde Burg Katz nach alten Zeichnungen wieder aufgebaut. Weiter in der Ferne ist beim Blick nach rechts und rheinabwärts der Bergfried von Burg Maus neben einem unschönen Sendemast gerade noch auszumachen


 

Bildergallerie

  • 001 - Im Rheinsteig hoch ueber St. Goarshausen
  • 002 - Blick vom Rheinsteig auf St. Goar und Burg Rheinfels
  • 003 - Burg Katz vom Rheinsteig
  • 004 - Abstieg von Patersberg ins Forstbachtal
  • 005 - Wegezeichen von Rheinsteig und Loreley-Extratour
  • 006 - Beim Abstieg ins Fostbachtal
  • 007 - Blick von den Taunushoehen ins Rheital und auf Burg Katz
  • 008 - Im Rheinsteig unterwegs
 

Nach dieser ersten, herrlichen Aussicht ins Mittelrheintal streifen wir die Ortschaft Patersberg am Rand der Bebauung und wandern dann entlang uralter Trockenmauern, die längst aufgelassene Weinberge begrenzten, in das Forstbachtal hinein. Im Talgrund wird der Forstbach überschritten, um sodann über Treppenstufen und auf steilen Waldpfaden aus einem Ortsteil von St. Goarshausen wieder zu den Rheinhöhen hinauf zu steigen. Hier fällt der Blick erneut ins Rheintal und auf Burg Katz, die sich jetzt genau unterhalb der Rheinsteigroute im Rheinhang zeigt.

Blick von den Taunushöhen ins Rheintal und auf Burg Katz

  

Die vierköpfige Gruppe durchwandert den Ortsteil Heide und folgt dann der Beschilderung leicht abwärts zur Sommerrodelbahn auf dem Loreleyplateau. Hier hat man für die Zeit der Umbauarbeiten auf dem sagenumwobenen Rheinfelsen eine Änderung der Streckenführung vorgenommen. Zurzeit wird die Loreley vom Fernwanderweg nicht angelaufen. Vielmehr führt die Rheinsteigroute am Waldrand vorbei zum Hof Leiselfeld hinüber. Die wunderschönen Aussichten von der Loreley auf St. Goarshausen, die wir schon von vorhergehenden Rheinsteigwanderungen kennen, bleiben uns somiit leider verwehrt. So müssen wir uns kurz darauf mit den herausragenden Panoramablicken vom Spitznackfelsen begnügen.

Rheintalpanorama vom Spitznack mit dem Loreleyfelsen

 

Von der exponierten Felsnase fällt der Blick rheinabwärts auf den weit ins Flusstal hinein ragenden Loreleyfelsen, der fast senkrecht abbricht. Aber auch die Aussichten stromaufwärts sind überaus bemerkenswert. Nach diesen tollen Aussichten ins Mittelrheintal ist eine Wanderpause längst überfällig. So kommt die Einkehrmöglichkeit auf dem Hof Leiselfeld mehr als gelegen. Ein gut gekühltes Weizenbier löscht den Durst an diesem sonnigen Frühlingstag. Nach dieser ausgiebigen Wanderrast fällt der Rheinsteig in das Bornicher Bachtal hinein. Auf einem schmalen Pfad geht es überaus steil bergab.

Steilabstieg ins Bornicher Bachtal

 

Nachdem die Bergkameraden im engen Kerbtal das Gewässer überquert haben, geht es jenseits des Bachlaufes auf einem breiten Waldweg wieder zu den Taunushöhen hinauf. Der Rheinsteig läuft auf der Anhöhe durch Niederwald zu den Aussichtspunkten Fünf-Seen-Platz und Waldschule hinüber. Auch von hier aus sind die Rheintalpanoramen überaus betrachtenswert.


 

Bildergallerie

  • 001 - Im Rheinsteig hoch ueber St. Goarshausen
  • 002 - Blick vom Rheinsteig auf St. Goar und Burg Rheinfels
  • 003 - Burg Katz vom Rheinsteig
  • 004 - Abstieg von Patersberg ins Forstbachtal
  • 005 - Wegezeichen von Rheinsteig und Loreley-Extratour
  • 006 - Beim Abstieg ins Fostbachtal
  • 007 - Blick von den Taunushoehen ins Rheital und auf Burg Katz
  • 008 - Im Rheinsteig unterwegs

 

Wer jetzt geglaubt hat, dies wäre es mit den An- und Abstiegen, der wird eines Besseren belehrt. Hinter dem Aussichtspunkt Waldschule geht es erneut bergab in das Urbachtal hinein. Etwas moderater gestaltet sich dann der Gegenanstieg. Breite Forstwege führen uns zur Alten Burg hinauf. Hier läuft der Rheinsteig entlang der Hangkante auf schmalen, sonnigen Waldpfaden durch Krüppeleichenbestände. Erstes Blattgrün zeigt sich an den Ästen, als sich die Route zu den Roßsteinen hinauf windet. Vom mit Drahtseilsicherungen versehenen Aussichtsfelsen fällt der Talblick auf Oberwesel am jenseitigen Rheinufer.

Blick von den Roßsteinen auf Oberwesel

 

In der Nähe von Dörscheid treffen die Wanderer dann auf einen weiteren Aussichtspavillon. Jenseits des breiten Rheinstromes grüßt die Schönburg von einem lang gestreckten Felsensporn herüber. Wie viele der Rheinburgen wurde sie 1689 im pfälzischen Erbfolgekrieg zerstört. Die Stadt Oberwesel zu Füßen der Schönburg mit ihren unzähligen Türmen und schmucken Fachwerksfassaden gilt als eine der schönsten Städte am Mittelrhein. Die Route läuft jetzt über eine weitläufige Freifläche hinweg. Herausragende Fernsichten bis weit in den Taunus hinein wissen hier die Gruppe zu begeistern. Nachdem wir die Ortschaft Dörscheid durchwandert haben, kehrt die Route zu den Rheinhöhen zurück. Erstmals ist der Zielort Kaub, allerdings noch weit in der Ferne zu sehen.

Gezoomter Blick von den Taunushöhen bei Dörscheid ins Rheintal mit Rheingrafenstein

 

Schließlich beginnt ein drei Kilometer langer Panorama-Abstieg durch ein Naturschutzgebiet hinunter nach Kaub. Der Rheinsteig führt uns durch verbuschtes Gelände, entlang uralter Trockenmauern und durch aufgegebene Weingärten. Immer wieder fällt der Blick ins Tal und auf den näher rückenden Rheingrafenstein. Bei dem Gemäuer mitten im Rhein handelt es sich um eine Schiffszollburg aus dem 14. Jahrhundert. Die kleine Insel nutzte Blücher in der Silversternacht 1813/1814 für seinen Sprung über den Rhein auf der Jagd nach Napoleon.

Blick vom Rheinsteig auf Burg Gutenfels und den Rheingrafenstein

 

Auch Burg Gutenfels gerät jetzt ins Blickfeld. Hoch über dem Zielort Kaub wurde sie als Reichsburg im 13. Jahrhundert errichtet. Wie Burg Katz fiel sie dem französischen Despoten zum Opfer. Napoleon ließ die Burg im Jahre 1806 sprengen, nachdem er dort eine Weile Quartier genommen hatte. Auf asphaltiertem Grund und über Weinbergtreppen steigen wir zum Zielort Kaub hinunter, erfreuen uns an den engen Gassen und historischen Gemäuern und beenden diese herrliche Rheinsteigetappe schließlich in einem gemütlichen Cafe bei Kaffee und Kuchen.

Die Watzmänner beim Einmarsch in den Zielort Kaub

 


Zusammenfassende Bemerkungen der Bergkameradschaft:

 

Diese Rheinsteigetappe trägt zu Recht die Bezeichnung "Königsetappe" des Fernwanderweges entlang des Rheinstroms. Überaus abwechslungsreich, meist auf schmalen Pfaden und felsigen Steigen, folgt die Route dem Strom der Deutschen, ohne auch nur eine der engen Seitenschluchten des Rheins auszulassen. So zeigt sich die Streckenführung konditionell recht anspruchsvoll. Traumhafte Rheinpanoramen sorgen unterwegs für ein aussichtsreiches Wandervergnügen und helfen der so viel beschworenen Rheinromantik auf die Sprünge. Dass man zurzeit den Loreleyfelsen nicht anlaufen kann, ist natürlich ein erhebliches Manko aber leider nicht zu ändern. Ansonsten ist die Route im Welterbe Mittelrheintal kaum noch zu toppen.

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