Himmelsleiterweg in Brohl-Lützing

Art:

Rundwanderung

Länge:

14 km

Wanderregion:

Unteres Brohltal - Rheintal

Schwierigkeitsgrad:

mittel

Bewertung:
Eifel


Bildergallerie

 

  • 001-Start am Aalschokker Katharina im Hafen von Brohl
  • 002-Auf dem alten Leinpfad am Rheinufer
  • 003-Der schaeumende Brohlbach wird ueberschritten
  • 004-Am Broehlche Jaessebrunnen in der Ortsmitte von Brohl
  • 005-Bluehender Mandelbaum in der Muellerwiese
  • 006-Der Muehlenbach im unteren Brohltal
  • 007-Auf dem Himmelsleiterweg am Muehlenbach
  • 008-Mit der Himmelsleiter hinauf zur Luetzinger Hoehe


Mit felsigen Steigen hinauf zur aussichtsreichen Rheinhauptterrasse

Diese wunderschöne und aussichtsreiche, rund 14 Kilometer lange Runde im Unteren Mittelrhein- und Brohlbachtal wurde nach der "Himmelsleiter" benannt, einem im Volksmund so bezeichneten pfadigen Steilanstieg aus dem Brohltal hinauf zur Lützinger Höhe. Zum Streckenprofil gehören felsige Steige, urige Waldpfade und Höhenwege mit herrlichen Fernsichten ins Rheintal, ins Vinxtbachtal und weit in den Westerwald und ins Siebengebirge hinein.

 

Rheintalblick von der Reutersley

Der Himmelsleiterweg beginnt in den Rheinanlagen von Brohl am Aalschokker Katharina. Der siebzehn Meter lange und fünf Meter breite Kahn wurde bis zum Jahre 1958 zum Fischfang von Aal und Salm im Fanggebiet Fornischer Eck benutzt. Der Brohler Kulturverein erwarb den Aalschokker im Jahre 2004 und rettete ihn vor der Verschrottung. In den Rheinanlagen von Brohl hat er wohl seinen endgültigen Liegeplatz gefunden.


Start am Aalschokker Katharina in den Brohler Rheinanlagen


Wir nehmen den Aalschokker Katharina in Augenschein und wandern dann eine kurze Strecke über den alten Leinpfad rheinaufwärts. Dabei überschreiten wir den Brohlbach, der in Hannebach entspringt und hier bei Brohl nach 20 Kilometern in den Rhein mündet. Durch die Unterführung der B 9 gelangt die Gruppe auf den Dorfplatz mit dem schönen, künstlerisch gestalteten "Bröhlche-Jääße-Brunnen".



Bildergallerie

 


  • 001-Start am Aalschokker Katharina im Hafen von Brohl
  • 002-Auf dem alten Leinpfad am Rheinufer
  • 003-Der schaeumende Brohlbach wird ueberschritten
  • 004-Am Broehlche Jaessebrunnen in der Ortsmitte von Brohl
  • 005-Bluehender Mandelbaum in der Muellerwiese
  • 006-Der Muehlenbach im unteren Brohltal
  • 007-Auf dem Himmelsleiterweg am Muehlenbach
  • 008-Mit der Himmelsleiter hinauf zur Luetzinger Hoehe


Vom Dorfbrunnen wandern wir durch die Mühlengasse zum Büngertchen und von dort an einem teichähnlichen Gewässer vorbei in die Müllerwiese hinein. Es geht zur Linken an aufgelassenen und kaum noch bewirtschafteten Schrebergärten vorbei, während der schmale Weg zur Bergseite hin am Mühlenbach entlang läuft. An den blühenden Mandelbäumen in der Müllerwiese und den Waldveilchen am Wegrand kann man erkennen, dass der Frühling im unteren Brohltal seit Kurzem Einzug gehalten hat.
 

Am Mühlenbach im unteren Brohltal

 

Alte Sperranlagen entlang des Mühlenbaches zeigen an, dass das Gewässer als Ableitung vom Brohlbach dereinst wohl zum Betrieb einer Mühle genutzt wurde. In einer Rechtskehre überschreiten wir den Mühlenbach und steigen in die eigentliche Himmelsleiter hinein. Überaus stramm geht es jetzt mit einem schmalen Steig zur Lützinger Höhe hinauf. Den bisher flotten Schritt verlangsamen wir etwas, damit uns beim nun folgenden Steilanstieg nicht die Puste ausgeht.

Beim Einstieg in die steile Himmelsleiter


Gott sei Dank geht es nicht geradeaus bergan, sondern in engen Serpentinen. Dabei zeigt sich der Routenverlauf in der Himmelsleiter schon fast alpin. Der Steig windet sich entlang eines Felsengrates in unzähligen Kehren durch Niedergehölz und Krüppeleichenbestände zum Plateau der Rheinhauptterrasse hinauf, führt mehrmals an die lotrecht abrechende Hangkante heran und ermöglicht dabei wunderschöne Ausblicke ins untere Brohltal.
 

Blick von der Himmelsleiter ins untere Brohltal

Uralte Reste ehemaliger Weinbergsmauern zeigen an, dass in den zurück liegenden Jahrhunderten im Steilhang mit südlicher Ausrichtung wohl Weinbau betrieben wurde. Heute stehen hier im zeitigen Frühjahr Wildkirsche, Weißdorn und einzelne Stechpalmenbüsche in voller Blüte.



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  • 001-Start am Aalschokker Katharina im Hafen von Brohl
  • 002-Auf dem alten Leinpfad am Rheinufer
  • 003-Der schaeumende Brohlbach wird ueberschritten
  • 004-Am Broehlche Jaessebrunnen in der Ortsmitte von Brohl
  • 005-Bluehender Mandelbaum in der Muellerwiese
  • 006-Der Muehlenbach im unteren Brohltal
  • 007-Auf dem Himmelsleiterweg am Muehlenbach
  • 008-Mit der Himmelsleiter hinauf zur Luetzinger Hoehe


Trotz der enormen Anstrengung macht es tierische Laune mit diesem tollen Pfad Meter um Meter an Höhe zu gewinnen, um schließlich vom weitläufigen Plateau der Lützinger Höhe einen traumhaften Blick ins Mittelrheintal und auf Brohl zu genießen. Eine hier platzierte Ruhebank eignet sich hervorragend für eine kurze Rast.

Von der Lützinger Höhe fällt der Blick ins Mittelrheintal

 
Jenseits des Rheintales schweift der Blick über die Rheinbrohler Ley hinaus weit in den Westerwald hinein. Zur rechten Seite hin zeigt sich der Dicktberg, zu dem sich von Brohl der Katharinaweg hinauf windet. Von diesem schönen Aussichtspunkt geht es sanft bergan zum Leitenkopf hinauf, einem ehemaligen Schlackenkegelvulkan mit einer Sitzgruppe aus Basaltgestein, die eine herrliche 360° Rundumsicht möglich macht. Neben Tiefblicken ins Brohltal locken hier Fernsichten über das Vinxtbachtal bis weit in das Siebengebirge hinein.

 

Auf dem Leitenkopf mit seinen traumhaften Fernsichten


Vom "Gipfel" des Leitenkopfes wandert die Gruppe dann in den aufgelassenen Steinbruch hinein. Eindrucksvoll ragen hier die senkrechten Wände der begehrten Schaumlava auf, die vor allem als Unterbaumaterial von Straßen Verwendung fand. Gleich zweimal war der Leitenkopf aktiv. Der erste Ausbruch ereignete sich vor ca. 400.000 Jahren und das zweite vulkanische Geschehen fand etwa 180.000 Jahre später statt. Von diesen Auswürfen stammende basaltische Schlacken, Lapilli und Lavabomben säumen den Weg, der sich durch den alten Bruch schlängelt. Dies alles sind geologische Zeitzeugen von dem recht jungen Vulkanismus der Osteifel.

Alte Bruchwand im Vulkan Leitenkopf bei Niederlützingen


In einem Teilbereich des weitgehend ausgebeuteten Vulkans wurden früher aus Partien mit etwas festerem Tuff, Baumaterialien für die örtliche Kirche und für mehrere Häuser von Niederlützingen gewonnen. Inzwischen hat die Natur damit begonnen, sich den ehemaligen Lavabruch am Leitenkopf wieder einzuverleiben. Überall zeigen sich junge Hecken und Birkengehölze in dem ausgedehnten, doch immer noch recht öde aussehenden Areal, dass durch die menschlichen Eingriffe in den zurück liegenden Jahrzenten erheblich in Mitleidenschaft gezogen wurde.



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  • 001-Start am Aalschokker Katharina im Hafen von Brohl
  • 002-Auf dem alten Leinpfad am Rheinufer
  • 003-Der schaeumende Brohlbach wird ueberschritten
  • 004-Am Broehlche Jaessebrunnen in der Ortsmitte von Brohl
  • 005-Bluehender Mandelbaum in der Muellerwiese
  • 006-Der Muehlenbach im unteren Brohltal
  • 007-Auf dem Himmelsleiterweg am Muehlenbach
  • 008-Mit der Himmelsleiter hinauf zur Luetzinger Hoehe

 

Im weiteren Verlauf wird die Ortschaft Niederlützingen, vorbei an der Pfarrkirche St. Lambertus, durchmessen und zum Steinbergskopf hinüber gewandert. Auch bei dieser Erhebung handelt es sich um einen erloschenen Vulkan. Hier wurde in einem Steinbruch bis in die Mitte des vorigen Jahrhunderts Säulenbasalt abgebaut. Danach hat man das Bruchgelände als Kreismülldeponie genutzt. Heute erfreuen wir uns vom aufgeschütteten "Müllhügel" des Steinbergkopfes eines schönen Blickes ins Vinxtbachtal.

Blick ins Vinxtbachtal vom Steinbergskopf


Vorbei an der aussichtsreichen Jakobshütte läuft die Route fast ebenen Fußes an der Ortslage von Niederlützingen vorbei und sodann auf schmalen Waldpfaden hinüber zur Reutersley. Von diesem exponierten Felsennest sind die Aussichten ins Rheintal überaus bemerkenswert. Rheinabwärts zeigt sich auf einem benachbarten Höhenzug Burg Rheineck. Im 11. Jahrhundert errichteten die Pfalzgrafen zu Rhein das mittelalterliche Gemäuer, das strategisch günstig an der Einmündung des Vinxtbaches in den Rhein platziert wurde, stießen doch hier im Mittelalter die Herrschaftsbereiche von Kurköln und Kurtrier aufeinander. Im pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 von den Franzosen zerstört, danach wieder aufgebaut, wurde Burg Rheineck im Jahre 1785 bei einem Großbrand ein Raub der Flammen und war von da an nur noch eingeschränkt bewohnbar.

 

Burg Rheineck vom Aussichtspunkt Reutersley (leicht gezoomt)

 

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde die Rheineck zu einem begehrten Ausflugsziel. Mit einer Drahtseilbahn konnte man zum Burgrestaurant hinauf schweben, den Bergfried besteigen und die schönen Aussichten ins Rheintal in vollen Zügen genießen. Seit 1975 befindet sich die Burg in Privatbesitz und ist für Besucher leider nicht mehr zugänglich. Zur anderen Seite hin, also rheinaufwärts fällt der Blick von der Reutersley auf Brohl und weit in der Ferne auf die Insel Hammersteiner Werth mitten im breiten Rheinstrom. Hier ist natürlich eine große Pause Pflicht, um dieses tolle Rheintalpanorama eine Weile zu bewundern.

 

Blick rheinaufwärts ins Rheintal und auf den Zielort Brohl

 

Mit dem Rheinburgenweg führt uns das kunstvoll gestaltete Wegezeichen des Himmelsleiterweges im letzten Teilabschnitt über steile Serpentinenpfade und felsige Steige ins Rheintal hinab. In den Brohler Rheinanlagen treffen wir dann wieder auf den Aalschokker Katharina, an dem diese tolle Runde ihren Anfang genommen hat. Zumindest in den Sommermonaten kann man in dem direkt daneben eingerichteten Biergarten ein kühles Weizenbier durch die durstigen Kehlen zischen lassen.

 

 Die Tour beginnt und endet am Aalschokker Katharina

 

Fazit und abschließende Bemerkungen:


Selten gibt es von einer nur 14 Kilometer langen Rundwanderung soviel Sehens- und Erlebenswertes zu berichten. Dem Kulturverein Brohl als Betreiber dieser schönen und abwechslungsreichen Tour ist ohne Zweifel ein großer Wurf gelungen, der die Wanderregion Brohltal und das Untere Mittelrheintal enorm bereichern wird. Mit dem Anstieg über die Himmelsleiter zur Lützinger Höhe erweist sich die Route in konditioneller Hinsicht allerdings als eine kleine Herausforderung. Bemerkenswert am Himmelsleiterweg sind der relativ hohe Pfadanteil, die ungewöhnlich große Anzahl herausragender Fernsichten und die unverlaufbar angebrachte Beschilderung der Strecke. Auch Sitzgruppen und Ruhebänke hat man in ausreichender Zahl platziert. So braucht sich die Route in allen Belangen vor keinem der hoch gelobten Traumpfade zu verstecken.

 

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